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    5te FLE Psychiatrie

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    Nesho
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    5te FLE Psychiatrie

    Beitrag von Nesho am Fr Mai 20, 2016 11:54 am

    ad 1) häufige Formen der Demenz und welche demenzielle Erkrankung könnte im Fall vorliegen?

    Allgemein unterscheidet man zwischen primären Demenzen, die als Folge von Hirnschädigungen auftreten, und sekundären Demenzen, die durch andere Erkrankungen bedingt werden und im Gegensatz zu primären Demenzen potenziell heilbar sind.

    Die in diesem Fall geschilderten Symptome, wie z.B. die stetige Verschlechterung des Klientenzustandes, lassen auf eine Alzheimer-Demenz (AD) schließen. Die AD ist die im Alter am häufigsten vorkommende primäre Demenz. Daneben unterscheidet man noch zwischen vaskulärer Demenz, Lewis-body-Demenz, frontotemporaler Demenz und verschiedenen Mischformen.


    ad 2) demenz-typische Symptome im Fallbeispiel

    seit 2 Jahren stetige Verschlechterung des Zustands
    Vergessen von zuvor besprochenen Details oder zuvor ausgeübten Aktivitäten
    Verlegen von Gegenständen (Hausschlüssel)
    Gedächtnis- und Orientierungsstörungen (z.B.: Vergessen des Datums, Nichteinhaltung von vereinbarten Terminen aufgrund von zeitlicher Desorientierung, Vergessen von Namen und Telefonnummern, Schlafstörungen, Schwierigkeiten bei der Ausübung des Berufs und von Alltagsaktivitäten)


    ad 3) Rolle Sozialer Arbeit bei der Behandlung und Betreuung von Demenzerkrankten?

    Im Umgang mit Demenzerkrankten kann Soziale Arbeit deeskalierend mit Hilfe der Validationsmethode Betroffene und Angehörige unterstützen. Auch bei der Umsetzung verschiedener geeigneter Therapieformen (Milieu-, Musik-, Ergo-, Tier-, Spazier- und Puppentherapie) kann Soziale Arbeit einen wesentlichen Beitrag bei der Behandlung und Betreuung von Demenzerkrankten und zur Entlastung pflegender Angehöriger leisten. Gerade auch die Angehörigen von Demenzerkrankten benötigen einen erhöhten Unterstützungs-, Begleitungs- und Beratungsbedarf.

    Aufgrund der demographischen Entwicklung (steigende Lebenserwartung bei gleichzeitigem Geburtenrückgang) ist in Österreich mit einem Anstieg an Demenzerkrankten (und damit einhergehend auch einem Anstieg an pflegenden Angehörigen) in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu rechnen. Aus dieser Entwicklung ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Personal zur Behandlung und Betreuung demenzkranker Klienten.


    ad 4) Umgang mit der Erkrankung

    Zunächst wäre es ratsam für den Klienten eine Diagnose einzuholen um festzustellen ob tatsächlich eine Form von Demenz vorliegt. Eine frühzeitige Erkennung, eine Akzeptanz der Krankheit und eine damit verbundene Behandlungsbereitschaft können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. In weiterer Folge sollte die Frau des Klienten über Auswirkungen der Krankheit auf den gemeinsam Alltag aufmerksam gemacht und vorbereitet werden. Schließlich sollte sie über spezialisierte Vereine und Organisationen (Tagespflegestätten und Selbsthilfegruppen für Angehörige Demenzerkrankter) informiert werden.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: So Okt 22, 2017 1:03 am