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    3te FLE Psychatrie

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    Conny

    Anzahl der Beiträge : 1
    Anmeldedatum : 29.11.16

    3te FLE Psychatrie

    Beitrag von Conny am Di Nov 29, 2016 1:04 pm

    1. Um welche psychische Erkrankung (siehe letztes Semester) könnte es sich handeln, bitte begründen Sie dies?
    Die Rauschwirkung ist abhängig von der Dosis, der Frequenz, der Applikationsform, der persönlichen Verfassung und der Situation. In seltenen Fällen, kann eine akute psychotische Reaktion ausgelöst werden.
    Häufig entwickeln sich vor allem bei unerfahrenen Cannabiskonsumenten Panikattacken im Rausch.
    Cannabis-Psychose: Nach akutem hochdosierten oder chronisch hochdosierten Cannabiskonsum, kann es zu länger anhaltenden psychotischen Episoden, meist mit schizophreniformer Symptomatik kommen. Die Symptomatik dauert dabei länger als 48 Std und tritt unmittelbar während oder innerhalb von zwei Wochen nach den Konsum auf.
    Flashbacks: In Einzelfällen sind Nachhallpsychosen möglich, die Wochen ggf auch längere Zeit nach dem Konsum auftreten können. Mögliche Auslöser könnten besondere psychologische Faktoren, wie emotionaler Stress, Erinnerungen oder Schlüsselreize sein.


    2. Welche psychischen Erkrankungen zeigen eine erhöhte Komorbidität mit Cannabiskonsum, bitte äußern Sie sich auf jeden Fall zum Zusammenhang mit Schizophrenie.
    Komorbiditäten von Cannabisabhängigen sind als hoch einzuschätzen (ca 70%), die Mehrzahl soll an Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen leiden. Auch werden häufiger Angsterkrankungen, Depressionen und seltener schizophrene Psychosen gefunden. Die psychiatrische Komorbidität scheint mit dem Einstiegsalter, der Stärke und der Schwäre der Abhängigkeit zusammen zu hängen.
    Persönlichkeitsstörungen (F60.X, F61.X) und ADHS (F90 X) , sind oft bei cannabisabhängigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachzuweisen.
    Schizophrenie: Die Prävalenz von Cannabiskonsum und Schizophrenie ist etwa 5-mal höher als in der Normalpopulation und das Risiko eine Schizophrenie zu entwickeln ist bis zu 6-mal höher. Ein ursächlicher Zusammenhang ist allerdings weiterhin kontrovers diskutiert. Ausgegangen wird, dass Cannabiskonsum als Stressor im Sinne des Vulnerabilitäts-Stress-Konzepts der Schizophrenie einzuschätzen ist und damit ein Risikofaktor ist. Unumstritten ist allerdings, dass Cannabiskonsum den Verlauf einer schizophrenen Psychose ungünstig beeinflusst
    Umstritten ist der Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und Angsterkrankungen. Es gibt sowohl Studien die dies bestätigen, als auch wiederlegen.


    3. Was könnten die nächsten Schritte sein, die Sie der jungen Frau empfehlen würden?
    Da ich in Ihrem Fall von Flashbacks ausgehe, halte ich eine supportive und aufklärende Gesprächsführung und eine beschützende Umgebung für sinnvoll. Ausserdem kann, je nach schwere eine Pharmakotherapie mit Benzodiazepinen und Antipsychotika angedacht werden. Psychische und somatische Begleiterkrankungen sollten nach den jeweiligen Standards störungsspezifisch behandelt werden.
    Ich würde auf jeden Fall ein Gespräch mit einem Psychiater oder dem PSD empfehlen



    4. Welche Symptome sind notwendig um von Abhängigkeit zu sprechen?

    Es gibt Abhängigkeitskritärien nach ICD-10 oder DSM-IV.
    Wenn innerhalb eines Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig zutreffen, spricht man von einer Abhängigkeit.
    Craving (Substanzverlangen), Kontrollverlust, Entzugssymptome, Toleranz, soziale und berufliche Einschränkungen, Konsum trotz bekannter Schädigung
    Die etablierten Klassifikationssysteme sind zwar gut in der Lage,  Cannabisabhängigkeit zu erfassen, allerdings wurden auch empirisch begründete Zweifel an der Konstruktivität der Cannabisabhängigkeit in diesem System formuliert.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Do Dez 14, 2017 3:24 am